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Regionale Zusammenarbeit

Der Freistaat Sachsen pflegt eine Vielzahl von Verbindungen zu Staaten in der ganzen Welt, wie zum Beispiel mit Frankreich, Großbritannien, den Vereinigten Staaten von Amerika, Russland, China, Ungarn, Japan, Israel, den Niederlanden, Österreich, den baltischen Staaten, der Schweiz, Rumänien, Singapur oder Südkorea.

Engste Kooperationen bestehen dabei mit den direkten Nachbarn: der Tschechischen Republik und dort insbesondere den nordböhmischen Bezirken Liberec (Reichenberg), Usti nad Labem (Aussig) und Karlovy Vary (Karlsbad) sowie zur Republik Polen und dort insbesondere zu den Wojewodschaften Dolnoslaskie (Niederschlesien) und Lubuskie (Lebuser Land). 

Darüber hinaus kooperiert der Freistaat Sachsen international mit einzelnen Regionen unter anderem mit Hubei / China, Abu Dhabi / VAE, Lazio / Italien, Quebec / Kanada, Tartastan und St. Petersburg in Russland sowie Nieder- und Oberösterreich. Diese Kooperationen sind geprägt von einer Vielzahl von Projekten in verschiedenen Politikbereichen, vor allem jedoch in Wirtschaft, Wissenschaft, Kultur und Umwelt.

Projekte dieser regionalen Zusammenarbeit sind beispielsweise Hochschulkontakte, Unternehmerreisen, Konzerte und Ausstellungen, Schüleraustausche, sowie Erfahrungsaustausche zwischen staatlichen und kommunalen Behörden auf den verschiedensten Gebieten.

Partnerschaften mit den Nachbarregionen (Republik Polen / Tschechische Republik)

Die Regionalpartnerschaften werden durch bilaterale Arbeitsgruppen (Sächsisch-Tschechische Arbeitsgruppe und Sächsisch-Niederschlesische Arbeitsgruppe, Arbeitsgruppe Sachsen–Lebuser Land) gesteuert. Koordiniert werden die Partnerschaften auf sächsischer Seite durch die Sächsische Staatskanzlei.
 

Republik Polen

Flagge von Polen: oben weiß, unten rot. © Fabianodp / Fotolia

Die gemeinsame Geschichte von Polen und Sachsen reicht viele Jahrhunderte zurück. Während der Regentschaft von Friedrich August I. (August der Starke) von 1694 bis 1733 und Friedrich August II. von 1733 bis 1763, die sowohl Kurfürsten von Sachsen als auch Könige von Polen regierten, waren beide als Sächsisch-Polnische Union sogar in einem gemeinsamen Staatsgefüge verbunden.

Die heutige Zusammenarbeit zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Republik Polen beruht auf dem Vertrag vom 17. Juni 1991 über gute Nachbarschaft und freundschaftliche Zusammenarbeit. Der Freistaat Sachsen hat auf dieser Grundlage mit zwei polnischen Wojewodschaften Kooperationsvereinbarungen geschlossen: mit Niederschlesien und dem Lebuser Land.

Die Wojewodschaft Niederschlesien grenzt auf einer Länge von 110 km östlich der Lausitzer Neiße an den Freistaat Sachsen. Eine vielfältige Naturlandschaft, zahlreiche Schlösser und Burgen, große Städte, malerische Orte und Erholungsgebiete sind die Anziehungspunkte dieser Region. Hier verbinden sich Geschichte und Tradition mit Moderne und wirtschaftlichem Aufschwung.

Niederschlesien gehört zu den 16 Wojewodschaften Polens und umfasst den südwestlichen Teil der Republik. Im Westen grenzt die Region an Deutschland und im Süden an die Tschechische Republik. Die Hauptstadt Breslau mit ihrer mehr als 1.000-jährigen Geschichte bildet das politische, wirtschaftliche und kulturelle Zentrum der Wojewodschaft Niederschlesien.

Zur Intensivierung der Zusammenarbeit mit der Wojewodschaft Niederschlesien wurden am 17. September 1999 mit dem Marschallamt und am 2. Mai 2000 mit dem Wojewodschaftsamt »Gemeinsame Erklärungen« über die Zusammenarbeit unterzeichnet. Seitdem treffen sich regelmäßig in einer Arbeitsgruppe Vertreter aus den sächsischen Ministerien mit ihren Kollegen aus dem Marschall- und Wojewodschaftsamt. Hierbei werden Informationen und Erfahrungen ausgetauscht, Probleme angesprochen und Lösungen gesucht sowie gemeinsame Projekte entwickelt.

Die Wojewodschaft Lubuskie liegt nördlich von Niederschlesien und grenzt 13 km lang an den Freistaat Sachsen. Sie ist ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt und bietet zum auch reizvolle kulturelle Sehenswürdigkeiten und ist gleichzeitig mit ihren Seenlandschaften ein attraktives Naherholungsgebiet. In der Nähe von Zielona Góra / Grünberg befindet sich das einzige Weinanbaugebiet in Polen.

Zielona Góra / Grünberg ist die Hauptstadt und Sitz des Marschallamtes der Wojewodschaft. Die alte Weinbaustadt beeindruckt mit einer bezaubernden Altstadt und verfügt über eine Vielzahl interessanter Kultureinrichtungen. In der zweitgrößten Stadt Gorzów Wlkp / Landsberg a. d. Warthe befindet sich der Sitz des Wojewodschaftsamtes.

Dank »Gemeinsamer Erklärungen« vom 12. November 2002 und 19. November 2008 arbeitet der Freistaat Sachsen eng mit der Wojewodschaft zusammen. Überregionale Ausstrahlung hat dabei die Zusammenarbeit im Fürst-Pückler-Park Bad Muskau, der einzigen binationalen deutsch-polnischen UNESCO-Weltkulturerbestätte.

Die Oder-Partnerschaft ist ein informelles interregionales Netzwerk, in dem vier ostdeutsche Bundesländer und vier westpolnische Wojewodschaften unter dem Motto »Grenzen trennen – die Oder verbindet« seit 2006 projektorientiert zusammenarbeiten. Kooperationspartner der Oder-Partnerschaft sind die Länder Berlin, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen sowie die westpolnischen Wojewodschaften Großpolen, Westpommern, Niederschlesien und Lebuser Land. Ziel der grenzüberschreitenden Initiative ist es, die politischen, wirtschaftlichen, wissenschaftlichen, kulturellen und infrastrukturellen Verknüpfungen der Regionen zu vertiefen.

Auf der Webseite der Oder-Partnerschaft finden Sie Informationen zu den Leitprojekten der Oder-Partnerschaft in den Bereichen Wirtschaft, Verkehr und Tourismus. Außerdem können Sie sich mittels aktuellen News und Veranstaltungshinweisen sowie dem Newsletter der Initiative über die neuesten Entwicklungen im Bereich der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit auf dem Laufenden halten.

Tschechische Republik

Fahne der Tschechischen Republik: weiß, blau, rot. © luzitanija / Fotolia

Tschechen und Sachsen haben eine bewegte gemeinsame Geschichte. Besonders durch den Silberbergbau gelangte Sachsen seit dem 12. Jahrhundert zu Wohlstand und Ansehen, was die Besiedlung Sachsens sowie des tschechischen Teils des Erzgebirges, Böhmen, voran trieb. Zu Beginn des 17. Jahrhunderts wurde Sachsen dann zum Fluchtpunkt für zahlreiche Böhmen, die vor der Rekatholisierung durch den damaligen Kaiser flohen.

Den Freistaat Sachsen und die Tschechische Republik verbinden heute 454 km gemeinsame Grenze und eine sehr enge Partnerschaft auf vielen Gebieten. Zusätzlich bestehen Kooperationen mit den benachbarten nordböhmischen Bezirken Liberec (Reichenberg), Usti nad Labem (Aussig) und Karlovy Vary (Karlsbad).

Die interregionale Partnerschaft begann 1992 mit der Unterzeichnung einer »Gemeinsamen Erklärung« über Zusammenarbeit. Seit 1993 trifft sich unter Vorsitz der Sächsischen Staatskanzlei und des Tschechischen Außenministeriums zur Koordination der Kooperation die sächsisch-tschechische Arbeitsgruppe, bestehend aus Vertretern der sächsischen und tschechischen Ministerien. Seither sind zahlreiche gemeinsame Projekte umgesetzt worden.

Die Zusammenarbeit mit dem Bezirk Karlovy Vary (Karlsbad) besteht seit einer »Gemeinsamen Erklärung« vom 23. Mai 2002.

Die Karlsbader Region ist die westlichste Region der Tschechischen Republik und nach der Reichenberger Region die zweitkleinste Tschechiens. Sie besteht aus drei Kreisen – Cheb, Karlovy Vary und Sokolov. Der Sitz der Regionalverwaltung und die gleichzeitig größte Gemeinde ist Karlovy Vary.

Dank seiner Mineralwasserquellen befindet sich in der Karlsbader Region die bedeutendste Konzentration von Kurorten in der Tschechischen Republik. Aber auch außerhalb der Kurorte gibt es attraktive Ziele für Touristen, so zum Beispiel die historischen Stadtkerne von Cheb, Loket, Jachymov, Ostrov, Horní Slavkov oder die vielen Schlösser und Burgen der Region. Die bergige Region, insbesondere das Erzgebirge und der Kaiserwald, zieht die Besucher in allen Jahreszeiten an. Sehr ausgedehnt hat sich in den letzten Jahren das Netz der Radwanderwege, das nicht nur Nachbarorte verbindet, sondern auch an die Strecken der BRD anknüpft.

Mit dem  Bezirk Liberec (Reichenberg) besteht eine offizielle Kooperation seit der »Gemeinsamen Erklärung« vom 6. April 2006.

Die Region Liberec erstreckt sich im Norden der Tschechischen Republik und umfasst das Gebiet von vier Landkreisen – Liberec, Jablonec nad Nisou, Semily und Česká Lípa. Sie ist die kleinste in der Republik. Die Regionsgrenze im Norden ist zugleich die Staatsgrenze zu Polen und teilweise auch zu Deutschland.

Die Region ist meist gebirgig – im Norden mit der Česká kotlina (Böhmischer Kessel), dem Jizerské hory (Isergebirge), dem westlichen Krkonoše mit den Vorbergen (Riesengebirge) und dem östlichen Teil vom Lausitzer Gebirge. Besuchermagnete in der Region sind die fünf Landschaftsschutzgebiete und ein Nationalpark, weswegen auch der Tourismus eine besondere Stellung in der regionalen Wirtschaft einnimmt. Die attraktiven Wintersportzentren im Riesen- und Isergebirge zählen zu den meistbesuchten Fremdenverkehrsgebieten in der Tschechischen Republik. Von großer Bedeutung sind die örtlichen Badkurorte.

Eine wichtige Rolle spielt die Verbindung zwischen Liberec und Prag mit ihrer vierspurigen Schnellstrasse. Ihre Verlängerung Richtung Sachsen ermöglicht eine Verbindung zum Autobahnnetz der BRD.

Die Landesdirektion Sachsen hat mit der Region Ústí (Aussig) am 20. Februar 2013 die seit 2007 bestehende »Gemeinsame Erklärung« über Zusammenarbeit erneuert.

Die Region Ústí grenzt auf ca. 250 km unmittelbar an Sachsen an. Die Gebiete der Bergkämme der Šluknov-Ausläufer bis zum südwestlichen Teil des Erzgebirges bilden eine natürliche Grenze.

Die Region blickt auf eine mehrere hundert Jahre dauernde Tradition der industriellen und landwirtschaftlichen Entwicklung, des Handels und des damit verbundenen Baus von Verkehrswegen zurück. Neben der industriellen Entwicklung erlebt der Tourismus in den letzten Jahren einen Aufschwung.

Die Region Ústí ist reich bestückt mit natürlichen Schönheiten wie Krušné hory, Lužické hory, das Böhmische Mittelgebirge, die bizarren Formen der Tissauer Wände, die Sächsisch-Böhmische Schweiz, das Elbtal sowie mit vielen Schlössern und Burgen. Gern genutzt werden auch die Heilquellen, unter anderem die Kurbäder Teplice und Bílina, sowie die Thermalquellen, unter anderem in den Freibädern Ústí nad Labem und in Děčín.

Bilaterale INTERREG-Programme

Zur Unterstützung der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit mit den Nachbarländern Polen und Tschechien stehen dem Freistaat Sachsen Fördermittel der Europäischen Union zur Verfügung.

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