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Regionale Zusammenarbeit

Der Freistaat Sachsen pflegt eine Vielzahl von Verbindungen zu Staaten in der ganzen Welt. Engste Kooperationen bestehen dabei mit den direkten Nachbarn: der Tschechischen Republik und dort insbesondere den nordböhmischen Bezirken Liberec (Reichenberg), Usti nad Labem (Aussig) und Karlovy Vary (Karlsbad) sowie zur Republik Polen und dort insbesondere zu den Wojewodschaften Dolnoslaskie (Niederschlesien) und Lubuskie (Lebuser Land). 

Projekte dieser regionalen Zusammenarbeit sind beispielsweise Hochschulkontakte, Unternehmerreisen, Konzerte und Ausstellungen, Schüleraustausche, sowie Erfahrungsaustausche zwischen staatlichen und kommunalen Behörden auf den verschiedensten Gebieten.

Weltweite Partnerregionen

Neben der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit mit Polen und Tschechien pflegt der Freistaat weltweit Partnerschaften mit einzelnen Regionen.

Dazu zählen unter anderem Hubei/China, Abu Dhabi/VAE, Lazio/Italien, Quebec/Kanada, Nieder- und Oberösterreich sowie jüngst auch Charkiw/Ukraine. Diese Kooperationen sind geprägt von einer Vielzahl von Projekten in verschiedenen Politikbereichen, vor allem jedoch in Wirtschaft, Wissenschaft, Kultur und Umwelt. Die Regionalpartnerschaften des Freistaates mit Tartarstan und St. Petersburg/Russland ruhen seit dem 24. Februar 2022.

Partnerschaften mit den Nachbarregionen

Republik Polen

Flagge von Polen: oben weiß, unten rot.
© Fabianodp / Fotolia

Die gemeinsame Geschichte von Polen und Sachsen reicht viele Jahrhunderte zurück. Während der Regentschaft von Friedrich August I. (August der Starke) von 1694 bis 1733 und Friedrich August II. von 1733 bis 1763, die sowohl Kurfürsten von Sachsen als auch Könige von Polen regierten, waren beide als Sächsisch-Polnische Union sogar in einem gemeinsamen Staatsgefüge verbunden.

Die heutige Zusammenarbeit zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Republik Polen beruht auf dem Vertrag vom 17. Juni 1991 über gute Nachbarschaft und freundschaftliche Zusammenarbeit. Der Freistaat Sachsen hat auf dieser Grundlage mit zwei polnischen Woiwodschaften Kooperationsvereinbarungen geschlossen: mit Niederschlesien und dem Lebuser Land.

Die Woiwodschaft Niederschlesien grenzt auf einer Länge von 110 km östlich der Lausitzer Neiße an den Freistaat Sachsen. Eine vielfältige Naturlandschaft, zahlreiche Schlösser und Burgen, große Städte, malerische Orte und Erholungsgebiete sind die Anziehungspunkte dieser Region. Hier verbinden sich Geschichte und Tradition mit Moderne, wirtschaftlicher Dynamik und großer Innovationskraft.

Die Hauptstadt Breslau mit ihrer mehr als 1.000-jährigen Geschichte bildet das politische, wirtschaftliche und kulturelle Zentrum der Woiwodschaft Niederschlesien.

Die Zusammenarbeit mit der Woiwodschaft Niederschlesien wurde am 17. September 1999 mit dem Marschallamt durch eine »Gemeinsame Erklärung« begründet, die 2021 aktualisiert wurde. Zur Koordinierung treffen sich regelmäßig Vertreterinnen und Vertreter aus den sächsischen Ministerien mit ihren Kolleginnen und Kollegen aus dem Marschall- und Woiwodschaftsamt in einer Arbeitsgruppe. Hierbei werden Informationen und Erfahrungen ausgetauscht und gemeinsame Projekte entwickelt. Seit 2012 unterhält der Freistaat Sachsen ein Verbindungsbüro in Breslau. 2020 wurde ein niederschlesisches Regionalbüro in Dresden eröffnet.

Die Woiwodschaft Lebuser Land liegt nördlich von Niederschlesien und grenzt auf einer Länge von 13 km an den Freistaat Sachsen. Sie ist ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt, bietet reizvolle kulturelle Sehenswürdigkeiten und ist gleichzeitig mit ihren Seenlandschaften ein attraktives Naherholungsgebiet. In der Nähe von Zielona Góra (Grünberg) befindet sich ein wichtiges Weinanbaugebiet in Polen.

Zielona Góra (Grünberg) ist die Hauptstadt und Sitz des Marschallamtes der Woiwodschaft. Die alte Weinbaustadt beeindruckt mit einer bezaubernden Altstadt und verfügt über eine Vielzahl interessanter Kultureinrichtungen. In der zweitgrößten Stadt Gorzów Wielkopolski (Landsberg a. d. Warthe) befindet sich der Sitz des Woiwodschaftsamtes.

Auf Grundlage einer »Gemeinsamen Erklärung« vom 19. November 2008 steht der Freistaat Sachsen in enger Beziehung zur Woiwodschaft. Die Zusammenarbeit wird durch eine Arbeitsgruppe, bestehend aus Vertreterinnen und Vertretern der sächsischen Ministerien und des Lebuser Marschallamtes koordiniert.

Überregionale Ausstrahlung haben zwei grenzüberschreitende UNESCO-Stätten – das UNESCO-Weltkulturerbe Fürst-Pückler-Park Bad Muskau, die einzige binationale deutsch-polnische UNESCO-Weltkulturerbestätte sowie der UNESCO Global Geopark Muskauer Faltenbogen, einer von nur vier grenzüberschreitenden Geoparks weltweit.

Die Oder-Partnerschaft ist ein informelles Netzwerk, in dem vier ostdeutsche Bundesländer und vier westpolnische Woiwodschaften unter dem Motto »Grenzen trennen – die Oder verbindet« seit 2006 projektorientiert zusammenarbeiten. Kooperationspartner der Oder-Partnerschaft sind die Länder Berlin, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen sowie die westpolnischen Woiwodschaften Großpolen, Westpommern, Niederschlesien und Lebuser Land. Ziel der grenzüberschreitenden Initiative ist es, die politischen, wirtschaftlichen, wissenschaftlichen, kulturellen und infrastrukturellen Verknüpfungen der Regionen zu vertiefen.

Auf der Webseite der Oder-Partnerschaft finden Sie Informationen zu den Leitprojekten der Oder-Partnerschaft in den Bereichen Wirtschaft, Verkehr und Tourismus. Außerdem können Sie sich mittels aktueller Nachrichten und Veranstaltungshinweisen über die neuesten Entwicklungen im Bereich der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit auf dem Laufenden halten.

Tschechische Republik

Fahne der Tschechischen Republik: weiß, blau, rot.
© luzitanija / Fotolia

Tschechen und Sachsen haben eine bewegte gemeinsame Geschichte. Besonders durch den Silberbergbau gelangte Sachsen seit dem 12. Jahrhundert zu Wohlstand und Ansehen, was die Besiedlung Sachsens sowie des tschechischen Teils des Erzgebirges, Böhmen, vorantrieb. Zu Beginn des 17. Jahrhunderts wurde Sachsen dann zum Fluchtpunkt für zahlreiche Böhmen, die vor der Rekatholisierung durch den damaligen Kaiser flohen.

Den Freistaat Sachsen und die Tschechische Republik verbinden heute 454 km gemeinsame Grenze und eine sehr enge Partnerschaft auf vielen Gebieten. Zusätzlich bestehen Kooperationen mit den benachbarten nordböhmischen Regionen Liberec (Reichenberg), Usti nad Labem (Aussig) und Karlovy Vary (Karlsbad).

Die interregionale Partnerschaft begann 1992 mit der Unterzeichnung einer »Gemeinsamen Erklärung« über Zusammenarbeit. Seit 1993 trifft sich unter dem Vorsitz der Sächsischen Staatskanzlei und des Tschechischen Außenministeriums zur Koordination der Kooperation die sächsisch-tschechische Arbeitsgruppe, bestehend aus Vertreterinnen und Vertretern der sächsischen und tschechischen Ministerien. Seither sind zahlreiche gemeinsame Projekte umgesetzt worden.

Die Zusammenarbeit mit der Region Karlovy Vary (Karlsbad) besteht seit einer »Gemeinsamen Erklärung« vom 23. Mai 2002.

Die Region Karlovy Vary (Karlsbad) ist die westlichste Region der Tschechischen Republik und nach der Region Liberec (Reichenberg) die zweitkleinste Tschechiens. Sie besteht aus drei Kreisen – Cheb, Karlovy Vary und Sokolov. Der Sitz der Regionalverwaltung und die gleichzeitig größte Gemeinde ist Karlovy Vary.

Dank ihrer Mineralwasserquellen befindet sich in der Region Karlovy Vary (Karlsbad) die bedeutendste Konzentration von Kurorten in der Tschechischen Republik. Aber auch außerhalb der Kurorte gibt es attraktive Ziele für Touristen, so zum Beispiel die historischen Stadtkerne von Cheb, Loket, Ostrov, Horní Slavkov oder die vielen Schlösser und Burgen der Region. Die bergige Landschaft, insbesondere das Erzgebirge und der Kaiserwald, zieht die Besucher in allen Jahreszeiten an. Sehr ausgedehnt hat sich in den letzten Jahren das Fahrradwegenetz, das nicht nur Nachbarorte verbindet, sondern auch an die Strecken in Deutschland anknüpft.

Mit der Region Liberec (Reichenberg) besteht eine offizielle Kooperation seit der »Gemeinsamen Erklärung« vom 6. April 2006.

Die Region Liberec (Reichenberg) erstreckt sich im Norden der Tschechischen Republik und umfasst das Gebiet von vier Kreisen – Liberec, Jablonec nad Nisou, Semily und Česká Lípa. Sie ist die kleinste in der Tschechischen Republik. Die Regionalgrenze im Norden ist zugleich die Staatsgrenze zu Polen und teilweise auch zu Deutschland.

Die Region ist meist gebirgig – im Norden mit dem Böhmischen Kessel, dem Isergebirge, dem westlichen Riesengebirge mit den Vorbergen und dem östlichen Teil des Lausitzer Gebirges. Besuchermagnete in der Region sind die fünf Landschaftsschutzgebiete und ein Nationalpark, weswegen auch der Tourismus eine besondere Stellung in der regionalen Wirtschaft einnimmt. Die attraktiven Wintersportzentren im Riesen- und Isergebirge zählen zu den meistbesuchten Tourismusgebieten in der Tschechischen Republik. Von großer Bedeutung sind die örtlichen Kurbäder.

Eine wichtige Rolle spielt die Verbindung zwischen Liberec und Prag mit ihrer vierspurigen Schnellstraße. Ihre Verlängerung in Richtung Sachsen ermöglicht eine Verbindung zum Autobahnnetz Deutschlands.

Die Landesdirektion Sachsen hat mit der Region Ústí (Aussig) am 20. Februar 2013 die seit 2007 bestehende »Gemeinsame Erklärung« über die Zusammenarbeit erneuert.

Die Region Ústí (Aussig) grenzt auf ca. 250 km unmittelbar an Sachsen an. Die Gebiete der Bergkämme des sogenannten Schluckenauer Zipfels bis zum südwestlichen Teil des Erzgebirges bilden eine natürliche Grenze.

Die Region blickt auf eine jahrhundertealte Tradition der industriellen und landwirtschaftlichen Entwicklung, des Handels und des damit verbundenen Verkehrswegeausbaus zurück. Neben der industriellen Entwicklung erlebt der Tourismus in den letzten Jahren einen Aufschwung.

Die Region Ústí (Aussig) ist reich an natürlichen Schönheiten wie Erzgebirge, Lausitzer Gebirge, das Böhmische Mittelgebirge, die bizarren Formen der Tyssaer Wände, die Sächsisch-Böhmische Schweiz, das Elbtal sowie vielen Schlössern und Burgen. Gern genutzt werden auch die Heilquellen, unter anderem die Kurbäder Teplice und Bílina, sowie die Thermalquellen, unter anderem in den Freibädern Ústí nad Labem und in Děčín.

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